Sonntag, 2. Februar 2014

Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. Morgen ist es schon 2 Wochen her, dass ich in Frankfurt ins Flugzeug gestiegen ist und die erste Uni-Woche ist schon vorbei. Nachdem ich nochmal ein paar Kurse getauscht habe, habe ich jetzt eigentlich einen ganz guten Stundenplan mit 4 Kursen, sowie einem Spanischkurs. Den Freitag konnte ich mir freischaufeln.
Die Professoren sind alle ziemlich nett, aber auch ziemlich anspruchsvoll. Hier gibt es nicht wie in Deutschland eine Prüfung am Ende des Semesters sondern mehrere Teilprüfungen im Semester. Dazu kommen dann noch diverse Präsentationen und Hausarbeiten. Das Härteste wird sicherlich eine Hausarbeit im Fach Organisationspsychologie, die wir zu dritt verfassen müssen und 70 (!!) Seiten auf Spanisch umfassen muss. Also langweilig wird mir hier sicherlich nicht.
Ansonsten geht es mir hier weiterhin sehr gut, mit meinen Mitbewohnerinnen verstehe ich mich inzwischen wirklich super und wir unternehmen relativ viel zusammen. Außerdem kann ich erfreulicherweise feststellen, dass mein Spanisch von Tag zu Tag besser wird und inzwischen klappt es schon mehr oder weniger gut sich richtig auf Spanisch zu unterhalten.
Das Wochenende haben wir wieder sehr entspannt verbracht. Tagsüber waren wir am Stand und gestern Abend waren wir dann auf dem ersten richtigen Carnavalevent. Die Barranquillaner können wohl ihren Carnaval in im März nicht abwarten, weshalb es bereits jetzt schon eine Reihe an Veranstaltungen gibt, die sich Pre-Carnaval nennt. Wir waren auf einem Umzug und es ist unglaublich wie ausgelassen die Kolumbianer feiern können. Das ganze Viertel war voll von tanzenden Menschen. Das Lustige dabei ist, dass das ganze eine einzige Maismehl- Schaum- Wasser-Schlacht ist und alle dementsprechend von oben bis unten weis sind. Diese Tradition ist wohl daraus entstanden, dass früher die Indianer an Carnaval die bösen Geister aus ihren Maisfeldern vertreiben wollten und heute ist es Brauch in ganz Lateinamerika.

Unsere ersten Trips haben wir auch schon geplant. Nächstes Wochenende werden wie wahrscheinlich nach Santa-Marta fahren. Das ist ein Ort - 3h von Barranquilla entfernt- der mit die schönsten Strände Kolumbiens haben soll. Eine Woche später werden wir dann nach Medellin fliegen, die zweitgrößte Stadt Kolumbien. Davon werde ich dann in den nächsten Einträgen erzählen.

Liebe Grüße Judith




So sahen etwa alle nach dem Umzug aus
(Die Dunkelhaarige rechts neben mir ist übrigens meine Mitbewohnerin und ganz rechts mein Padrino)

Dienstag, 28. Januar 2014

Erster Unitag

Gestern hatte ich meinen ersten Tag in der Uni. Er war ziemlich entspannt, da ich nur morgens zwei Stunden Vorlesung hatte und Nachmittags nochmal eine. Verstanden habe ich sogar auch einigermaßen viel und ich bin ganz guter Dinge, dass ich mit den Kursen auf Spanisch zurecht komme. Mein Padrino hat auch schon gesagt, dass man erste Vorschritte bei mir feststellen kann. Das hat mich etwas ermutigt. Die Vorlesungen sind hier eher wie Unterricht, also niemals mit mehr als 30 Personen und in ziemlich kleinen Räumen. Das bin ich ja aber schon von der Fachhochschule in Osnabrück gewöhnt. Der Schulcharakter wird noch dadurch verstärkt, dass die Studenten unglaublich jung sind. Während ich in Osnabrück immer zu den Küken gehört habe, fühl ich mich hier wie in die Oberstufe der Schule zurückversetzt. Man fängt in Kolumbien bereits mit 15/16 an zu studieren und dafür geht dann das Grundstudium 5 Jahre.
Insgesamt, ist hier eine sehe familiäre und offene Atmosphäre. Ich habe noch nie so ein hilfsbereites Volk wie die Kolumbianer kennengelernt: es reicht, dass man nur seine Vorlesungsplan herausholt um zu schauen in welche Raum man Vorlesungen hat und schon kommt irgendein Kolumbianer um zu fragen ob er irgendwie helfen kann. Mein Padrino hat mich auch zu jedem Raum geführt und schreibt mir mehrmals am Tag ob es mir gut geht, ob ich Hilfe brauche oder ob ich gut irgendwo hingekommen bin. Ohne seine Hilfe wäre ich schon das ein oder andere mal aufgeschmissen gewesen.
Der Campus hier ist auch ziemlich anders als in Deutschland. Es ist wie ein kleiner Minikosmos für sich. Es gibt einfach alles darauf: Fastfood-Imbiss,  Gourmet-Restaurant, Friseur, Fitnessstudio, Banken, ein Krankenhaus und unzählige Computer- und Medienräume. Man hat hier also eigentlich wirklich alles um zu überleben.
 
Gestern waren wir übrigens zum ersten mal richtig am Strand. Die Einheimischen haben zwar gesagt, dass es ein ziemlich hässlicher Strand ist, aber da sieht man nur wie verwöhnt sie alle sind. Für uns Gaststudenten war er einer der schönsten Strände an denen wir waren.  
 
Ihr könnt euch gerne selber ein Bild davon machen:
 
 
 
 
Jetzt werde ich noch ein bisschen weiter den freien Tag am hauseigenen Pool genießen :)
Liebe Grüße Judith
 

Sonntag, 26. Januar 2014

city tour


Heute habe ich endlich mehr von Barranquilla gesehen: wir haben eine Tour durch die Stadt gemacht. Die Stadt ist nicht sehr schön aber unglaublich lebendig und die Menschen sind trotz der offensichtlichen Armut unglaublich freundlich und fröhlich. Wir sind mit einem richtigen Touribus, der oben offen war gefahren, haben eine Tour mit einem „Zug“ gemacht. Das waren einfach Wagen mit Motoren auf völlig kaputten Schienen: ein Erlebnis für sich! Die ganze Tour über wurden wir von einer Polizeieskorte mit 3 Motorrädern und einem Auto begleitet. Das war etwas komisch, vor allem weil wir von den Leuten angeschaut wurden als ob wir eine Attraktion seien, dabei wollte wir ja Attraktionen sehen. Allem in allem war es ein super Tag und ich konnte viele der Internationals besser kennenlernen. Ich lasse jetzt mal die Bilder für sich sprechen J
 

Unser Bus


unsere Polizeieskorte
 
 
 


 
der "Zug"



 





hier wohnen Fischer völlig abgeschnitten von der
 
Río Magdalena: einer der größten und wichtigsten Flüsse des Landes


  
Catedral san nicolas

Pferde und Esel sind hier ganz normale Transportmittel



puerto columbia
 

Samstag, 25. Januar 2014

meine halbe (ungeplante) Weltreise


Kolumbien das Land der Gegensätze

 

Bei meinen Reisevorbereitungen, bin ich immer wieder auf diesem Satz  gestoßen. Kolumbien ist das viertgrößte Land in Südamerika und nach Brasilien das Bevölkerungsreichste. Für die, die es nicht genau wissen: es liegt ganz im Norden von Südamerika an der karibischen und pazifischen Küste, umgeben von Panama, Ecuador, Venezuela, Peru und Brasilien. Und dort ganz im Norden liegt Barranquilla, mein Zuhause für die nächsten 5 Monate. Barranquilla ist eine Hafenstadt mit 1,6 Millionen Einwohnern und damit die drittgrößte Stadt Kolumbiens. Man hört immer wieder unterschiedliches von der Stadt, weshalb ich umso gespannter bin, sie endlich selbst kennenzulernen. Einerseits ist es eine Industriestadt, die durch ihren günstige Lage am Meer und der Mündung des Rio Magdalena eines der wichtigsten wirtschaftlichen Zentren Kolumbiens geworden ist, andererseits wird immer wieder von der Lebensfreude der Barranquillaner berichtet, und die Stadt soll sich durch ihre Fröhlichkeit und ihren Optimismus auszeichnen.

Ich habe jetzt die erste Nacht in meinem neuen Zimmer verbracht und bin immer noch überwältigt von all den Eindrücken. Hinter mir liegen ziemlich turbulente Tage. Am Montagnachmittag ging es los nach Frankfurt. Am Bahnhof wurde ich noch von Lena, Micha und Freddy überrascht und im Zug ist dann Marlen zu mir gestoßen um mich an den Flughafen zu begleiten. An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal bei allen Freunden und meiner Familie bedanken, die mir so wunderbare Abschiede beschert haben. Ich war jedes Mal überwältigt von den lieben Worten und Gesten und es hat mir das Tschüss sagen nicht leicht gemacht.

In Frankfurt angekommen schien dann alles nach Plan zu laufen und ehe ich mich versah saß ich im Flugzeug. Doch leider sind wir nicht wie geplant um 22 Uhr losgeflogen, sondern mussten nach einer Stunde warten wieder aussteigen, da das Flugzeug Probleme mit dem Triebwerk hatte. Für die Nacht wurden wir dann in dem luxuriösen Sheraton-Hotel untergebracht, wo ich in einer Luxussuite übernachten durfte. Das hat die Verspätung wenigstens wieder etwas gut gemacht. Am nächsten Tag konnte ich dank der Verspätung auch noch Jojo Tschüss sagen, die zufälligerweise genau an diesem Morgen in ihr Auslandssemester in Brasilien geflogen ist. Um 13 Uhr ging es dann endlich mit einer weiteren Stunde Verspätung los.

 

Bis nach Santo Domingo schien alles nach Plan zu laufen. Wir machten einen kleinen Zwischenstopp zum Tanken, aber als wir dann wieder weiter wollten, kam die Durchsage, dass es ein Leck in einer Hydraulikflüssigkeitleitung gäbe und es hieß von Neuem wieder für alle auszusteigen. Drei Stunden später sind wir dann endlich nach Panama weiter, wo wir natürlich den letzten Flüge nach Barranquilla verpasst hatten. Also wieder auschecken und eine weitere Nacht im Hotel. Auch das lief nicht ganz problemlos. Maciej, der andere Student aus Osnabrück, mit dem ich zusammen geflogen bin, wurde von Condor auf der Liste für die Migración (Migrationsbehörde) vergessen. Deshalb saßen wir weitere drei Stunden am Flughafen fest und das Hotel in dem alle anderen Passagiere untergebracht waren, war dann letztendlich ausgebucht. Deshalb wurden wir dann nach Panama-City reingefahren, wo wir nach einer kurzen Stärkung endlich nach einem 24h-Tag wenigstens noch ein paar Stunden Schlaf bekommen konnten. Am Mittwochmorgen konnten wir endlich in unseren Flieger nach Barranquilla steigen und diesmal klappte dann auch alles. Am Flughafen in Kolumbien wurden Maciej und ich von unseren Padrinos abgeholt (das sind Buddies/ Paten die uns zugeteilt wurden) und wir sind direkt vom Flughafen in die Universität gefahren, wo wir eine Infoveranstaltung nach der anderen hatten. Da ich super müde und alles auf Spanisch war, habe ich leider davon nicht mehr so viel mitbekommen, aber Jairo mein Padrino war so nett und hat mir die wichtigsten Informationen  nochmal zusammengefasst. Ich habe dann auch direkt zwei meiner Mitbewohnerinnen kennengelernt: zwei Mexikanerinnen, die kein Englisch sprechen aber echt ziemlich nett sind. Leider haben wir uns dann aber auf der Campustour verloren und da ich noch keine Schlüssel für die Wohnung habe und die beiden wie vom Erdboden verschluckt waren (letztendlich waren sie shoppen) musste ich mit meinem Padrino nochmal bis 22Uhr warten bis ich endlich in mein Zimmer konnte. Der hat sich aber super lieb um mich gekümmert und ich kann mir echt keine bessere Betreuung vorstellen.

Heute ging es weiter mit den Infoveranstaltungen, sowie einer offiziellen Begrüßungsveranstaltung der Uni. Dort wurde uns schon mal ein Eindruck gegeben, was uns die nächsten Wochen erwartet: el carnaval. Der Karneval in Barranquilla ist der zweitgrößte Karneval in Südamerika und von der Stimmung wahrscheinlich mit dem in Rio zu vergleichen. Die ganze Stadt ist dann im Ausnahmezustand und es gibt überall Umzüge und Straßenfeste mit karibischen Musik und Tanz.

Auch wenn so ziemlich alles schief gelaufen ist, was schief laufen konnte, geht es mir trotzdem gut und ich fühle mich echt wohl hier. Der Campus ist sehr schön (sehr grün), die anderen Austauschstudenten sehr nett und die Organisatoren und Padrinos sehr sehr herzlich und lieb. Meine Wohnung ist auch super, im 11 Stock mit Blick aufs Meer und sehr neu und schön. Nur das Spanisch macht mir noch etwas zu schaffen. Da die anderen Austauschstudenten zum großen Teil aus Lateinamerika kommen, wird eigentlich nur Spanisch gesprochen, was das kennenlernen ziemlich mühsam macht. Ansonsten bekommen wir auch alle anderen Informationen auf Spanisch, sodass man sich permanent konzentrieren muss und ich dementsprechend auch jetzt ziemlich fertig bin.

 

Morgen werde ich dann endlich auch mehr von Barranquilla sehen, weil eine sight-seeing-tour geplant ist mit Abschluss am Meer!!! Darauf freue ich mich schon riesig. Davon erzähle ich dann das nächste mal J

Liebe Grüße

Judith
 

Janosch war noch zu müde zum starten

Sheraton Hotel Frankfurt 


endlich in der Luft


warten in Santo Domingo


ohh wie schön ist Panama


Panama-City

Flugzeuglektüre: gut zu wissen dass t-Rex nicht der Schlimmste war :D 

Tanzeinlage bei der Infoveranstaltung

der Campus

unser Wohnzimmer

 
der Blick von unserem Bslkon

mein Zimmer