Samstag, 25. Januar 2014

meine halbe (ungeplante) Weltreise


Kolumbien das Land der Gegensätze

 

Bei meinen Reisevorbereitungen, bin ich immer wieder auf diesem Satz  gestoßen. Kolumbien ist das viertgrößte Land in Südamerika und nach Brasilien das Bevölkerungsreichste. Für die, die es nicht genau wissen: es liegt ganz im Norden von Südamerika an der karibischen und pazifischen Küste, umgeben von Panama, Ecuador, Venezuela, Peru und Brasilien. Und dort ganz im Norden liegt Barranquilla, mein Zuhause für die nächsten 5 Monate. Barranquilla ist eine Hafenstadt mit 1,6 Millionen Einwohnern und damit die drittgrößte Stadt Kolumbiens. Man hört immer wieder unterschiedliches von der Stadt, weshalb ich umso gespannter bin, sie endlich selbst kennenzulernen. Einerseits ist es eine Industriestadt, die durch ihren günstige Lage am Meer und der Mündung des Rio Magdalena eines der wichtigsten wirtschaftlichen Zentren Kolumbiens geworden ist, andererseits wird immer wieder von der Lebensfreude der Barranquillaner berichtet, und die Stadt soll sich durch ihre Fröhlichkeit und ihren Optimismus auszeichnen.

Ich habe jetzt die erste Nacht in meinem neuen Zimmer verbracht und bin immer noch überwältigt von all den Eindrücken. Hinter mir liegen ziemlich turbulente Tage. Am Montagnachmittag ging es los nach Frankfurt. Am Bahnhof wurde ich noch von Lena, Micha und Freddy überrascht und im Zug ist dann Marlen zu mir gestoßen um mich an den Flughafen zu begleiten. An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal bei allen Freunden und meiner Familie bedanken, die mir so wunderbare Abschiede beschert haben. Ich war jedes Mal überwältigt von den lieben Worten und Gesten und es hat mir das Tschüss sagen nicht leicht gemacht.

In Frankfurt angekommen schien dann alles nach Plan zu laufen und ehe ich mich versah saß ich im Flugzeug. Doch leider sind wir nicht wie geplant um 22 Uhr losgeflogen, sondern mussten nach einer Stunde warten wieder aussteigen, da das Flugzeug Probleme mit dem Triebwerk hatte. Für die Nacht wurden wir dann in dem luxuriösen Sheraton-Hotel untergebracht, wo ich in einer Luxussuite übernachten durfte. Das hat die Verspätung wenigstens wieder etwas gut gemacht. Am nächsten Tag konnte ich dank der Verspätung auch noch Jojo Tschüss sagen, die zufälligerweise genau an diesem Morgen in ihr Auslandssemester in Brasilien geflogen ist. Um 13 Uhr ging es dann endlich mit einer weiteren Stunde Verspätung los.

 

Bis nach Santo Domingo schien alles nach Plan zu laufen. Wir machten einen kleinen Zwischenstopp zum Tanken, aber als wir dann wieder weiter wollten, kam die Durchsage, dass es ein Leck in einer Hydraulikflüssigkeitleitung gäbe und es hieß von Neuem wieder für alle auszusteigen. Drei Stunden später sind wir dann endlich nach Panama weiter, wo wir natürlich den letzten Flüge nach Barranquilla verpasst hatten. Also wieder auschecken und eine weitere Nacht im Hotel. Auch das lief nicht ganz problemlos. Maciej, der andere Student aus Osnabrück, mit dem ich zusammen geflogen bin, wurde von Condor auf der Liste für die Migración (Migrationsbehörde) vergessen. Deshalb saßen wir weitere drei Stunden am Flughafen fest und das Hotel in dem alle anderen Passagiere untergebracht waren, war dann letztendlich ausgebucht. Deshalb wurden wir dann nach Panama-City reingefahren, wo wir nach einer kurzen Stärkung endlich nach einem 24h-Tag wenigstens noch ein paar Stunden Schlaf bekommen konnten. Am Mittwochmorgen konnten wir endlich in unseren Flieger nach Barranquilla steigen und diesmal klappte dann auch alles. Am Flughafen in Kolumbien wurden Maciej und ich von unseren Padrinos abgeholt (das sind Buddies/ Paten die uns zugeteilt wurden) und wir sind direkt vom Flughafen in die Universität gefahren, wo wir eine Infoveranstaltung nach der anderen hatten. Da ich super müde und alles auf Spanisch war, habe ich leider davon nicht mehr so viel mitbekommen, aber Jairo mein Padrino war so nett und hat mir die wichtigsten Informationen  nochmal zusammengefasst. Ich habe dann auch direkt zwei meiner Mitbewohnerinnen kennengelernt: zwei Mexikanerinnen, die kein Englisch sprechen aber echt ziemlich nett sind. Leider haben wir uns dann aber auf der Campustour verloren und da ich noch keine Schlüssel für die Wohnung habe und die beiden wie vom Erdboden verschluckt waren (letztendlich waren sie shoppen) musste ich mit meinem Padrino nochmal bis 22Uhr warten bis ich endlich in mein Zimmer konnte. Der hat sich aber super lieb um mich gekümmert und ich kann mir echt keine bessere Betreuung vorstellen.

Heute ging es weiter mit den Infoveranstaltungen, sowie einer offiziellen Begrüßungsveranstaltung der Uni. Dort wurde uns schon mal ein Eindruck gegeben, was uns die nächsten Wochen erwartet: el carnaval. Der Karneval in Barranquilla ist der zweitgrößte Karneval in Südamerika und von der Stimmung wahrscheinlich mit dem in Rio zu vergleichen. Die ganze Stadt ist dann im Ausnahmezustand und es gibt überall Umzüge und Straßenfeste mit karibischen Musik und Tanz.

Auch wenn so ziemlich alles schief gelaufen ist, was schief laufen konnte, geht es mir trotzdem gut und ich fühle mich echt wohl hier. Der Campus ist sehr schön (sehr grün), die anderen Austauschstudenten sehr nett und die Organisatoren und Padrinos sehr sehr herzlich und lieb. Meine Wohnung ist auch super, im 11 Stock mit Blick aufs Meer und sehr neu und schön. Nur das Spanisch macht mir noch etwas zu schaffen. Da die anderen Austauschstudenten zum großen Teil aus Lateinamerika kommen, wird eigentlich nur Spanisch gesprochen, was das kennenlernen ziemlich mühsam macht. Ansonsten bekommen wir auch alle anderen Informationen auf Spanisch, sodass man sich permanent konzentrieren muss und ich dementsprechend auch jetzt ziemlich fertig bin.

 

Morgen werde ich dann endlich auch mehr von Barranquilla sehen, weil eine sight-seeing-tour geplant ist mit Abschluss am Meer!!! Darauf freue ich mich schon riesig. Davon erzähle ich dann das nächste mal J

Liebe Grüße

Judith
 

Janosch war noch zu müde zum starten

Sheraton Hotel Frankfurt 


endlich in der Luft


warten in Santo Domingo


ohh wie schön ist Panama


Panama-City

Flugzeuglektüre: gut zu wissen dass t-Rex nicht der Schlimmste war :D 

Tanzeinlage bei der Infoveranstaltung

der Campus

unser Wohnzimmer

 
der Blick von unserem Bslkon

mein Zimmer
 
                                    

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